Man vermutet, dass mindestens 5% der Bevölkerung homosexuell sind, das heisst, einer von zwanzig Menschen. Stell Dir vor, Du gehst durch die Strassen, und sagst Dir nach jedem zwanzigsten, dass er / sie homosexuell ist. Es kommt eine ganze Menge zusammen.
1.1. Sexuelle Gesundheit Es ist noch nicht lange her, dass aufgeschlossene Leute nicht mehr nur von sexuellen Krankheiten und Störungen reden wollten, sondern davon, dass Sex zur Gesundheit gehört und sogar gesund macht. Für deine eigene sexuelle Gesundheit bist du selber verantwortlich. 1.2. Sexualität Die Sexualität des Menschen kann in drei verschiedene Ebenen eingeteilt werden. - Das biologische Geschlecht
- Die sexuelle Identität / Geschlechtsrrolle
- Die sexuelle Orientierung
- Das biologische Geschlecht oder die sexuelle Determination bezeichnet die durch die Chromosomen X und Y erzeugten körperlichen Eigenschaften, wobei normalerweise XX für weibliche Körpermerkmale und XY für männliche Körpermerkmale stehen. Darüber hinaus gibt es aber weitere biologische Varianten, die man auch als "genetischen Defekt" bezeichnet (aus der Sicht der "gesunden" Wissenschaft) wie z.B. nur ein X-Chromosom (X0) beim Turner-Syndrom (der betreffende Mensch sieht aus wie eine Frau ist aber unfruchtbar und hat noch weitere von der XX-Frau abweichende Merkmale) oder der Klinefeter-Mann (XXY) der ein X-Chromosom "zuviel" hat, aussieht wie ein Mann und ebenfalls unfruchtbar ist. Das biologische Geschlecht steht unmittelbar nach der Befruchtung (bei der Zeugung durch Mama und Papa) fest. Es kann nicht verändert werden.
- Die sexuelle Identiät oder die Geschlechtsrrolle wird in der frühen Kindheit erworben. Sie kann eine männliche Rolle oder eine weibliche Rolle sein. Menschen sind in dem Masse maskulin oder feminin, in dem sie mit ihrer Geschlechtsrolle übereinstimmen. Die meisten Menschen übernehmen die ihrem biologischen Geschlecht entsprechende Geschlechtsrolle. Eine Minderheit steht jedoch mit ihrer Geschlechtsrolle im Widerspruch. zu ihrem biologischen Geschlecht. Dies kann sich äussern in rollenuntypischem Verhalten, im Tragen von Kleidern des anderen Geschlechts oder gar im Wunsch das körperliche Geschlecht zu "wechseln". Die Geschlechtsrolle ist stark vom sozialen Umfeld geprägt und ist in der heutigen Zeit einem starken Wandel unterworfen. Die Prägung der eigenen Geschlechtsrolle findet vorallem in der frühen Kindheit statt.
- Die sexuelle Orientierung ist definiert als Homosexualität oder Heterosexualität eines Menschen. Sie wird auf der Grundlage der Vorliebe für sexuelle PartnerIn bestimmt. Menschen sind in dem Masse homosexuell oder heterosexuell, in dem sie von PartnerInnen des eigenen oder anderen Geschlechts angezogen werden. Und dazwischen irgendwo liegt natürlich die Bisexualität.
Aus oben Gesagtem können wir nun folgenden Kombinationen machen: | biologisches Geschlecht | Geschlechterrolle | sexuelle Orientierung | | männlich | maskulin | heterosexuell (Der Macker) | | männlich | maskulin | homosexuell (Der Lederschwule) | | männlich | feminin | heterosexuell (Der Softie) | | männlich | feminin | homosexuell (Die Tunte) | | weiblich | feminin | heterosexuell (Das Hetilisi) | | weiblich | feminin | homosexuell (Die Lipstick-Lesbe) | | weiblich | maskulin | heterosexuell (Die Frau, die die Hosen anhat) | | weiblich | maskulin | homosexuell (Die Diesel-Lesbe / Kesser Vater) |
Transsexualität Es gibt Menschen, die sich mit einer Geschlechtsrolle identifizieren, die im Widerspruch zu ihrem biologischen Geschlecht steht; also Menschen mit einem männlichen Körper, die sich als Frauen fühlen, und solche mit einem weiblichen Körper die sich selbst für Männer halten. Insbesondere nach der Pubertät fühlen sich solche Menschen mit ihren sekundären Geschlechtsmerkmalen sehr unwohl; sie versuchen daher ihren Körper mit ihrer Selbsteinschätzung in Übereinstimmung zu bringen. Der Wunsch an eine Angleichung des biologischen Geschlechts an die sexuelle Identität ist unterschiedlich stark, geht teilweise bis hin zur Einnahme von Hormonen und operativer "Geschlechtsumwandlung". Der Ausdruck Transsexualität ist im Grunde genommen irreführend, da er mit dem umgangssprachlichen Begriff Sexualität nichts zu tun hat; es geht nämlich nicht um Sex sondern um Identität. So wäre eigentlich der Begriff Transgeschlechtlichkeit (engl. Transgender) diesem vorzuziehen. Es gibt Mann-zu-Frau-Transgeschlechtliche (MFT) und Frau-zu-Mann-Transgeschlechtliche (FMT). In den offiziellen Statistiken überwiegen die MFT's. Deshalb scheint die FMT's die kleinste Minderheit im Rahmen der sexuellen Vielfalt zu sein, und gerade deshalb sind sie erwähnenswert! In der Schweiz gibt es bisher keine Vereinigung für Transgeschlechtliche. Informationen über (psychologische) Beratung kannst du bei den psychiatrischen Polikliniken der Universitätsspitäler (Bern, Basel, Zürich, Genf, Lausanne) einholen. Kontaktadressen aus Deutschland: T-Gruppe für Transsexuelle und Transvestiten Kontakt: Zentrum für Selbsthilfe und Therapie Christophstr. 8 D-7000 Stuttgart Tel.0049-711-6408091 Lebensberatung für transsexuelle Menschen im Saarland: c/o Dr. Waltraud Schiffels Schlossstrasse 6 D-6600 Saarbrücken Tel.0049-681-58 39 12
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