Krankheiten, die beim Sex übertragen werden können, gibt es viele. Es scheint uns jedoch ganz nützlich, wenn Du über einige der häufigsten sexuell über tragbaren Krankheiten etwas weisst. Einige Krankheiten, und nicht nur HIV, können mit Safer Sex vermieden werden - andere sind gemeiner und werden einfacher übertragen, wie Filzläuse und Herpes - viele kann man heilen, auch wenn sie recht unangenehm sind: Tripper, Syphilis - gegen eine kann man sich vorher mit einer Impfung schützen: Hepatitis (A und B) (Gelbsucht) - einige behält man dann als ständigen Begleiter, der sich immer wieder bemerkbar machen kann: Herpes oder eine chronische Hepatitis B. Wichtig ist sicher, dass Du sofort zum Arzt gehst, wenn Du etwas bemerkst. Wenn Du's lieber anonym magst, dann gibt es an verschiedenen Orten dermatologische Polikliniken, das sind die Hautkliniken, wo auch Geschlechtskrankheiten ohne Voranmeldung behandelt werden. Noch was: Wenn Du Dir was aufgelesen hast, dann gehört es ganz einfach zum Fair- Play, Deine SexualpartnerInnen zu informieren, damit auch sie sich behandeln lassen können. Das findest Du doch auch?
Geschlechtskrankheiten durch Bakterien verursacht Bei Männern tritt Eiter aus der Harnröhre aus, und es brennt beim Pinkeln. Bei den Frauen kommt es in der Frühphase zu leichtem Ausfluss aus der Scheide, der oft übersehen wird. Man kann den Tripper aber auch am Darmausgang und im Mund kriegen (oder von dort auflesen). Dann ist er allerdings nicht sehr typisch und schwer nachzuweisen. Bei Verdacht musst Du sofort zum Arzt gehen. Bei Männern führt eine chronische Infektion zu Entzündungen der Hoden und der Prostata. Bei Frauen zu Gebärmutter-, Eileiter-, Eierstockentzündungen und im schlimmsten Fall zu einer eitrigen Bauchfellentzündung. (Bei beiden Geschlechtern führt die Krankheit ohne Behandlung auch zu Unfruchtbarkeit). Erste Symptome 2-3 Wochen nach Infektion. Es bilden sich kleine Knötchen an der Eintrittsstelle (Eichel, Schamlippen, am Darmausgang, in der Mundhöhle, an den Brustwarzen etc. Überall dort wo ein Kontakt mit dem infektiösen Material zu einer Infektion geführt hat), aus welchen schmerzlose harte Geschwüre entstehen. Diese verschwinden aber bald wieder. Es tritt eine Schwellung der benachbarten Lymphknoten auf. Im zweiten Stadium hat sich der Erreger im ganzen Körper ausgebreitet und es bilden sich linsen- bis pfenniggrosse, rosa- bis kupferfarbene Bläschen und Knötchen ohne Juckreiz; im Mund sind es meist weissliche Beläge. Manchmal hat man Fieber und fühlt sich müde. Diese Symptome verschwinden aber nach einigen Wochen wieder. Zum Glück nur noch sehr selten kommt es zum dritten Stadium. Nach Jahren bilden sich knotige Geschwüre auf der Haut, den Schleimhäuten, aber auch in den Knochen, an der Hauptschlagader etc. Ebenso werden Gehirn und Rückenmark befallen. | Symptome: | kleines schmerzloses hartes Geschwür an der Infektionsstelle | | Diagnose: | unbedingt Arzt aufsuchen! | | Behandlung: | Penicillin |
Gardnerellen sind häufig anzutreffende Bakterien im Genitalbereich. Beim Mann führen sie in der Regel zu keinen Symptomen und müssen deshalb auch nicht behandelt werden. Bei den Frauen kann es zu unangenehm riechendem (fischartig) Ausfluss aus der Scheide kommen, der zudem die äusseren Geschlechtsteile reizen kann. Gardnerellen sind übertragbar von Mann zu Frau, von Frau zu Frau und wahrscheinlich auch von Mann zu Mann. Eine medikamentöse Behandlung ist nur bei Beschwerden sinnvoll. | Symptome: | Fischig riechender Ausfluss aus Scheide, vermehrter Ausfluss, evt. Juckreiz und Reizung. | | Diagnose: | Abstrich und direkte Mikroskopie oder Kulturen. | | Behandlung: | bei Bedarf Antibiotika (z. B. als Einmaldosis einnehmen oder als Vaginalzäpfchen). |
Chlamydien sind oft die Missetäter bei Harnröhren- und Prostataentzündung von Männern. Bei Frauen können sie zu Entzündungen des Gebärmutterhalses und der Eileiter führen, die häufig ohne ausgeprägte Symptome verlaufen, aber zu Unfruchtbarkeit führen können. Beim Mann sind die Symptome meist Schmerzen beim Wasserlösen oder chronisch, dumpfe Schmerzen in der Prostatagegend. Eine bakterielle Untersuchung im Urin ist negativ, die Chlamydien sind nur im speziellen Harnröhrenabstrich und im Prostatasekret (welches durch eine Massage der Prostata gewonnen werden kann) nachweisbar. Bei der Frau führt eine Infektion meist nur zu dumpfen, unspezifischen Unterbauchschmerzen. Die typischen Zeichen einer Entzündung fehlen. Der Muttermund zeigt einen vermehrter Ausfluss, ist empfindlicher und fängt bei leichter Berührung bereits zu bluten an. Eine chronische Entzündung der Eileiter führt zu deren Verschluss und somit Unfruchtbarkeit. In sehr ausgedehnten Fällen wird das ganze kleine Becken von der Entzündung betroffen. Zudem kann eine Infektion in der Schwangerschaft zu einer Frühgeburt führen. Behandlung: Antibiotische Behandlung beim Mann 1-7 Tage, bei der Frau besser 14 Tage.
Geschlechtskrankheiten durch Parasiten verursacht Filzläuse sind zwar recht unangenehm, wenn Du welche an Dir entdeckst, aber sie sind soweit harmlos. Häufig beginnt es mit Jucken in der Schambehaarung. | Symptome: | In der Schambehaarung sind Läuse oder Nissen sichtbar. Juckreiz im Schambereich. Eventuell Blutströpfchen in der Unterwäsche. | | Diagnose: | der Arzt muss nicht unbedingt aufgesucht werden. | | Behandlung: | Insektizid (Jacutin) anwenden, Nachbehandlung nach zwei Wochen, unbedingt Partner mitbehandeln lassen. |
Die Krätze wird von kleinen Milben verursacht, die Gänge in die Haut bohren. Für die Übertragung braucht es keinen Sexualkontakt. Man kann sie auch in einem Bett auflesen. Meistens beginnt die Krätze zwischen den Fingern, und es beisst, vor allem im warmen Bett, ganz fürchterlich. Manchmal sitzen die Vie cher auch am Schwanz. Du wirst un weigerlich einen Arzt aufsuchen, um die Pein loszuwerden. | Symptome: | Ausgesprochen starker Juckreiz, der auch über die befallenen Stellen hinausgehen kann. Kleine gelbliche Erhebungen auf der Haut (Milbenhügel) | | Diagnose: | der Arzt muss unbedingt aufgesucht werden! | | Behandlung: | Insektizid (Jacutin) anwenden, Nachbehandlung erforderlich, unbedingt Partner mitbehandeln lassen. |
Geschlechtskrankheiten durch Viren verursacht Herpes kommt am Lippenrand und an genitalen Schleimhäuten vor. Du kennst sicher jemanden, der an Fieberbläschen leidet; sie kommen immer wieder ausgelöst durch Sonne, Aufregung usw. Herpes ist leicht über tragbar und wir häufig sexuell übertragen, sowohl bei heterosexuellen wie auch bei schwulen und lesbischen Sexualkontakten! Die Krankheit ist unangenehm und hartnäckig, kommt häufig spontan wieder zum Ausbruch und führt zu starken Irritationen mit Schmerzen und Brennen im Genitalbereich (Schamlippen und Penis). Die Ansteckung ist dann möglich, wenn Bläschen (auch aufgeplatzte) beim/ bei der PartnerIn sichtbar sind. | Symptome: | Juckreiz und Spannungsgefühl, Aufschiessen von wassergefüllten Bläschen auf rotem Grund, welche rasch platzen und Hautdefekte machen, die stark jucken und brennen; v.a. im Bereich der Genitalschleimhäute. Abheilung nach ca 7 - 14 Tagen. | | Diagnose: | typischer Verlauf | | Behandlung: | Lokale Behandlung mit desinfizierenden Salben, Aciclovir - Salbe, bei ausgeprägter Erstinfektion oder immer wieder Aufflammen der Infektion Behandlung systemisch mit Valaciclovir oder Famiclovir in Tablettenform. |
beim Mann Feigwarzen/Spitzwarzen (Condylomata acuminata): Wucherungen an den genitalen und analen Schleimhäuten. Genitale Warzen sind ansteckend! | Symptome: | Zuerst stecknadelkopfgrosse Knötchen, welche grösser werden und dann himbeerartig aussehen. Oft symptomlos, manchmal Juckreiz und Rötung. Treten vor allem unter der Vorhaut und anal auf. | | Diagnose: | Arzt aufsuchen! | | Behandlung: | Lokale Behandlung mit virushemmenden Salben, Wegätzen, Vereisen, Lasertherapie. |
bei der Frau Genitale Warzen werden durch das humane Papilloma-Virus (HPV), wie übrigens alle echten Warzen der menschlichen Haut verursacht. Sie infizieren die Zellen in Haut und Schleimhaut und können dabei Warzen bilden oder bewirken gut- oder bösartige Gewebsvermehrungen (Neoplasien). Diese Neoplasien finden sich bei der Frau v.a. im Bereich des Muttermundes, seltener auch an der Schleimhaut der Vagina und der Vulva (=Muschi, Möse). Ein Ort also, wo frau bekanntlich selber nicht gut hinschauen kann. Die HPV-Viren werden nicht nur durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit Männern übertragen sondern können auch durch Schmier- und Kontaktinfektionen von Frau zu Frau übertragen werden. Die Warzen verursachen, wenn sie nicht in grosser Anzahl auftreten in der Regel keine Beschwerden. Sichtbare Warzen (oft von blumenkohl- oder hahnenkammähnlichem Aussehen) werden in der Umgangssprache Feig- oder Feuchtwarzen, in der Fachsprache Condylomata acuminata genannt. Frau findet sie am Gebärmuttermund (Portio) im Gebärmutterhals (Zervix), in der Scheide, an den grossen und kleinen Schamlippen, in der Harnröhre, im Bereich des Enddarmes bzw. Afters und seltenerweise können sie auch im Bereich der Nasen-, Mund-, und Rachenschleimhaut sowie der Augenbindhehaut gefunden werden. Diese Warzen im Genitalbereich können zu Zellveränderungen führen, welche unbehandelt sich in ein Krebsgeschwür verwandeln können. Frauen, die an HPV-Warzen erkrankt sind, sollten sich regelmässig kontrollieren und bei Bedarf behandeln lassen. Bei dieser Kontrolle wird der sogenannte "Krebsabstrich" durchgeführt, der hilft, solche Zellveränderungen rechtzeitig zu erkennen und erlaubt, rechtzeitig eine heilende Therapie durchzuführen. | Symptome: | Im Bereich des Muttermundes keine Symptome, im Bereich Scheide und Schamlippen vermehrtes Jucken und Brennen möglich, oft auch da symptomlos. | | Diagnose: | v.a. der Befall des Muttermundes sollte durch regelmässige Kontrollen (Zell- oder Pap-Abstrich) erfasst werden; v.a. wenn man ungeschützten Geschlechtsverkehr mit Männern hat oder früher gehabt hatte. | | Behandlung: | Lokale Behandlung mit virushemmenden Salben, Wegätzen, Vereisen, Lasertherapie, chirurgische Excision. Regelmässige Nachkontrollen notwendig. |
Eine Hepatitis kriegst Du unter Umständen recht schnell. Gefährlich ist die Hepatits B (und C), weil sie schwere und chronische Verläufe nehmen kann. Sie wird sexuell und über Blut übertragen. Aber Du kannst Dich gegen Hepatitis B impfen lassen, das kann Dein Hausarzt tun oder, anonym, ein Impfzentrum. Wenn du korrekt geimpft bist, hält der Impfschutz lebenslänglich. Die Hepatitis A ist davon verschieden. Sie holt man sich über Nahrung oder beim Rimming. Obwohl sie als Krankheit sehr unangenehm ist, heilt sie immer vollständig aus und hinterlässt einen lebenslangen Schutz. Neuerdings kann man sich auch gegen die Hepatitis A impfen lassen. - Dein Arzt wird Dich beraten . | Symptome: | Grippegefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit. leichtes Fieber; der Urin kann sich dunkel verfärben und der Stuhl hell | | Diagnose: | Blutuntersuchung durch den Arzt | | Behandlung: | keine gezielte Medikation möglich |
Aids steht für Acquired Immuno-Deficiency Syndrome, was soviel wie erworbene Abwehrschwäche heisst. Diese Abwehrschwäche setzt eine Infektion mit dem Human Immunodeficiency-Virus, kurz HIV, voraus. Über das HI-Virus weiss die heutige Medizin relativ viel. Wo es vorkommt und wie es übertragen wird, ist bekannt. Ebenso, dass das HIV ein sehr empfindliches Virus ist. Überall, wo es an die Luft kommt, nämlich ausserhalb des Körpers, geht es innert Stunden ein. Hingegen ist die Frage nach dem Ursprung des Virus in einigen Punkten noch ungeklärt. Wer sich mit HIV infiziert, merkt meist nichts davon. Manchmal kommt es zu einem grippeähnlichen Krankheitsbild mit Fieber und Lymphknotenschwellungen. Der Organismus bildet nach einigen Wochen Antikörper, die in einem Test festgestellt werden können. Dieser Zustand wird «HlV-positiv» genannt. Wer sich mit dem HIV angesteckt hat, kann es ein Leben lang an andere weitergeben. HI-Viren befallen Zellen des Abwehr- oder Immunsystems (z. B. die T-Helferzellen). Dadurch kommt es mit der Zeit zur Lahmlegung des Immunsystems. Es gibt Hinweise dafür, dass dabei auch andere Erreger diesen Vorgang mitbeeinflussen könnten. Als Aids wird der Zustand bezeichnet, bei dem der Körper infolge der fortgeschrittenen Immunschwäche andere Krankheiten (z. B. Lungen- oder Darmentzündungen usw.) nicht mehr abwehren kann. Ob es sich bei einer solchen Krankheit nur um die Krankheit selbst (eben z. B. eine Lungenentzündung) oder um Anzeichen des Krankheitsbildes Aids handelt, kann nur von einem Arzt oder einer Ärztin festgestellt werden. Trotz weltweiten Anstrengungen ist eine wirksame Schutzimpfung in naher Zukunft nicht zu erwarten. Es gibt momentan kein Heilmittel, das Aids heilen oder eine HIV lnfektion rückgängig machen kann. In letzter Zeit wurden zwar grosse Fortschritte gemacht, von einer Heilung sind wir aber noch weit entfernt. Die Medikamente, die sich in der Erprobung befinden, können mit von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlichem Erfolg ein Hinauszögern des Krankheitsverlaufes bewirken. Bis bessere Medikamente oder sogar eine Impfung zur Verfügung stehen, gibt es nur eines: mann / frau muss sich vor einer Ansteckung schützen! Du weisst es und hast es oft gehört: beim !Bumsen immer mit Gummi und kein Spritzentausch! Die Schwulen haben sich das weltweit gut angeeignet. Jedoch hat es sich leider gezeigt, dass junge Schwule fälschlicherweise annehmen, sie betreffe Aids nicht; dies sei eine Krankheit der Älteren. Je besser Du mit Dir und Deiner Sexualität umgehst, desto kleiner ist die Gefahr, dass Du ins Fettnäpfchen trittst und Dich ohne Gummi bumsen lässt bzw. bumst. Es ist schlau, risikoreiche Umstände zu vermeiden wie Alkohol oder Drogen. Postexpositionsprophylaxe: Platzt beim Bumsen mit einem HIV-positiven Partner ein Präservativ oder wirst du von einer blutigen Nadel eines HIV-positiven Menschen gestochen dann suche so rasch wie möglich den nächsten dir vertrauten Arzt oder Ärztin auf oder wende dich an die Notfallzentren der Spitäler. Sie werden bei dir nach Abklärung des Risikos eine medikamentöse Behandlung für einige Wochen einleiten, welche verhindern kann, dass das HIV-Virus in deinem Körper Fuss fassen und sich ausbreiten kann.
Geschlechtskrankheiten durch Pilze verursacht Diese Hefepilzform befällt häufig den menschlichen Körper. Man findet Infektionen der Haut, der Schleimhaut und bei Immungeschwächten auch Erkrankungen der inneren Organe (Lungenbefall, Augenbefall, Hirnbefall). Speziell hier erwähnt sei die Pilzinfektion der Scheide und des Penis.Bei der Scheideninfektion (Candidavaginitis) kommt es zu starkem Juckreiz, Rötung und Schmerzen. Der Ausfluss ist verstärkt und sieht aus wie Hüttenkäse. Beim Mann kommt es zur Rötung der Eichel, manchmal sieht man feine weissliche Flecken darauf, die sich nur schwer entfernen lassen. Beim Mann verläuft die Pilzinfektion (Candidabalanitis) meist in nur leichter Form. Es gibt viele Formen, angesteckt zu werden: Geschlechtsverkehr, aber auch gemeinsamen Gebrauch von Badetüchern, im selben Bett schlafen, sofern der eine/ die eine Parnterin bereits infiziert ist. Der Pilz sitzt überall wo es schön warm und feucht ist!!! | Symptome: | Juckreiz und Brennen, beim Wasserlösen verstärkt, Rötung und krümeliger Ausfluss, bzw. weisse Flecken auf der Eichel. | | Diagnose: | Abtsrich unter dem Mikroskop betrachtet | | Behandlung: | Lokale Behandlung mit Antipilzmitteln, selten ist mal eine Tablette notwendig. Kommt gerne wieder (hohe Rezidivneigung). |
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