Geschichte Das Licht der Welt erblickte MediGay vor rund 15 Jahren als "HACH-Mediziner" (die inzwischen aufgelöste HACH, die Homo-sexuellen Arbeitsgruppen der Schweiz (CH), waren der Dachverband aller kantonalen und lokalen HAs). Als Antwort auf die Aids-Epidemie konzentrierten wir unsere Aktivitäten Ende der 80er Jahre auf HIV und Aids und waren Gründungsmitglied der Aids Hilfe Schweiz, wo wir im Vorstand die Anliegen der schwulen Männer aus medizinischer Sicht einbringen. Als sich die Nicht-Mediziner, u.a. die Psychologen in unserer Gruppe, nicht mehr mit dem Namen "HACH-Mediziner" identifizieren wollten, und die HACH eh' in Auflösung begriffen war, wurden wir zu den "Schwulen Medizinmännern". Damit war die Namensfrage aber nur bis zum Eintritt der ersten Lesbe gelöst. Gemeinsam entschlossen wir uns für "MediGay - Schwule und Lesben im Gesundheitswesen". MediGay heute Wir sind Ärzte und Ärztinnen (bzw. Medizinstudierende) verschiedenster fachlicher Spezialisierungen aus der ganzen Schweiz; von der Allgemein- über Innere Medizin, Dermatologie, Chirurgie, Psychiatrie, Radiologie, Public Health bis zur Zahnmedizin. Auch nicht-ärztliche Berufsleute aus dem Gesundheitswesen (Psychologie, Physiotherapie, Krankenpflege) sind bei uns Mitglieder. Wir stehen mit unserem medizinischen Fachwissen und unserer Berufserfahrung für Auskünfte, Interventionen und Veranstaltungen zur Verfügung: An uns gerichtete Anfragen aus dem Fach- sowie Laienpublikum werden von den betreffenden Fachärzten beantwortet. Oft werden wir gebeten, Listen von schwulen Ärzten/lesbischen Ärztinnen zuzuschicken. Es werden nicht nur Wünsche bezüglich Praxisort, sondern sogar Aussehen und Alter betreffend formuliert.... Wir vermittelnkeine schwulen Ärzte oder lesbischen Ärztinnen, sondern Ärzte und Ärztinnen die schwulen- und lesbenfreundlichsind. Darum versuchen wir im persönlichen Kontakt (telefonisch oder schriftlich) auf die individuellen Bedürfnisse bezüglich Spezialität einzugehen. Manchmal ist es unumgänglich, eine längere Anreise zum schwulen-/ lesbenfreundlichen Arzt / Ärztin der Wahl in Kauf zu nehmen Für Notfallberatungen sind wir nicht eingerichtet. Wir sind auch nicht in der Lage, am Tag vor dem Einrücken Dispensationszeugnisse für den Militärdienst auszustellen; generell empfehlen wir Schwulen mit psychischen Problemen, sich ein halbes Jahr vor der Dienstleistung nach einem Psychotherapeuten umzusehen. Wir setzen bei gesundheitspolitischen Fragestellungen unser ärztliches Wissen ein. Wir organisieren bzw. arbeiten mit bei Planung und Durchführung von Studien sowie Interventionen in der schwulen und lesbischen Population.
Wir verstehen es als unsere Aufgabe, Diskriminierung in jeder Form offenzulegen. Folglich engagieren wir uns mit unserem Wissen auf internationalem und nationalem Niveau in den Schwulen- und Lesbenbewegungen. Nicht ganz so selten, und dies im ausgehenden 20. Jahrhundert, sind wir selber Fokus von Diskriminierung, indem mehr oder weniger subtil, aufgrund unserer sexuellen Orientierung Arbeitsplätze vorenthalten oder Massnahmen gegen uns ergriffen werden. Unsere Vereinigung bietet Ärztinnen und Ärzten, Medizinstudierenden, sowie weiteren im Gesundheitswesen Berufstätigen, Unterstützung, indem wir Intervisions- und Balintgruppen unterhalten. Mit unseren Treffen als Ort sozialer Kontakte treten wir damit der ärztlichen Einsamkeit in Praxis und Spital entgegen. Wir laden unsere lesbischen Kolleginnen und schwulen Kollegen ein, sich mit uns in Verbindung zu setzen bzw. sich uns anzuschliessen. Das Ausmass der Mitarbeit ist individuell; zur Diskussion der anstehenden Themen treffen wir uns drei bis viermal jährlich. |