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Rosa Roman in zwei Erzählungen - von Reinaldo Arenas, Edition Dia
Reinaldo Arenas wurde 1943 im Osten Kubas geboren. Kind der Revolution, von ihr verfemt und verstossen. 1980 Flucht in die USA, 1990 in New York gestorben. "Sie lief langsam, erstieg mit fast kriegersichem Gang sie Stufen, ohne auf einer einzigen auszuruhen. Wieder kam sie bis zu der Tür des Zimmers und öffnete sie behutsam. Die beiden Leiber lagen immer noch Arm in Arm auf dem Bett, und in Radio spielte weiter jene sanfte Melodie, die ihr nicht missfallen hatte. Sie zielte in aller Ruhe auf die Schultern der Männer und drückte an. Der erste Schuss hallte wider in der Schwüle des Zimmers, ging über die Jungen hinweg und traf das Radio, das in Stücke zersprang. Die Jungen fuhren erschocken hoch und erblickten die alte Rosa, die von neuem auf sie zielte."
Mitten ins Herz; eine Mutter erzählt vom Coming-Out ihres Sohnes.
- von Robb Formann Dew. Kabel Verlag, Hamburg, 1995
Was passiert in einer Familie, wie geht eine Mutter damit um, wenn der Sohn damit herausrückt, daß er homosexuell ist? Welche Verwirrung löst eine solche Mitteilung aus, welche Ängste und Schuldvorwürfe kommen in einer Mutter hoch, und wie schafft sie es, klar Partei zu ergreifen und mit den Einstellungen und Vorbehalten der gesellschaftlichen Umwelt zu leben? Der anrührende Bericht der Schriftstellerin Robb Forman Dew über diese Phase im Leben ihrer Familie ist ein Buch, das jeder lesen sollte. In ungewöhnlich ehrlicher und ergreifender Weise schildert die Autorin ihre Gefühle und Erfahrungen.
Stadtgeschichten
- von Armistead Maupin, Rowohlt Taschenbuch -Verlag, Reinbek bei Hamburg, 1995
Armistead Maupin, 1944 geboren und Journalist von Beruf, kam Anfang der siebziger Jahre nach San Francisco. 1976 begann er mit einer Serie für den San Francisco Chronicle, die in den USA zu einem Riesenerfolg wurde und das Material lieferte für sechs Romane, die heute schon legendären Stadtgeschichten. In deren Mittelpunkt steht die ebenso exzentrische wie liebenswerte Anna Madrigal, 56, die ihre neuen Mieter gern mit einem selbstgedrehten Joint begrüsst. Unter anderem treten auf: Das Ex- Landei Mary Ann, der von Selbstzweifeln geplagte Macho Brian, das New Yorker Model D'orothea und San Franciscos Schwulenszene. All den unterschiedlichen Menschen, deren Geschichte erzählt wird, aber ist eines gemeinsam: Sie suchen das ganz große Glück. Nichts ist schlimmer, als die steigende Zahl der Seiten, die das unweigerliche Ende des Romans ankündigen......
Mein Sohn liebt Männer
- von Dorit Zinn, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main, 1992
Dorit Zinn, Jahrgang 1940, verheiratet, zwei erwachsene Söhne, medizinisch-technische Assistentin, lebt in Darmstadt. Sie schreibt seit 1979 Satiren, Hörspiele und Kurzgeschichten für Rundfunk, Zeitungen und Anthologien. Zwei Jugendromane erschienen im Spectrum Verlag. Er sagt es einfach so, an einem Augustnachmittag steht er in der Küche und sagt: Du, Dorit, ich bin schwul. . . Eine Mutter erlebt das »Coming-out« ihres Sohnes. Sein Bekenntnis stürzt sie in Ängste und Schuldgefühle, in Zweifel an ihrer Erziehung und Toleranz. Es kommt zu Konflikten und Konfrontationen, Aggressivität wechselt mit inniger Zuneigung, Depressionen, Stolz. Langsam lernt die Mutter, sich ihrem Sohn neu zu nähern. Mit Biß, Witz und Selbstironie wird geschildert, wie der Sohn in die Schwulenszene eintaucht, fröhlich und immer ungenierter die Liebe zu Männern genießt. Neugierig öffnet sich die Mutter der bizarren Welt der Homosexuellen. Sie lernt, Vorurteilen und Konflikten mit der normierten bür gerlichen Umwelt nicht länger auszuweichen. Dadurch findet sie auch ein neues Verhältnis zu sich selbst, ihren Träumen, verdrängten Kindheitsbildern, zur eigenen weiblichen Sexualität. Und es gelingt ihr schließlich, Homosexualität als normal zu akzeptieren: Ich liebe mein Kind so, wie es ist - mein Sohn ist schwul, na und ? Eine literarische Auseinandersetzung nicht nur mit dem Anderssein des Kindes, sondern auch mit der Schwierigkeit, die Sexualität des eigenen Sohnes so zu akzeptieren, wie er sie lebt: in kompromißloser Selbstverwirklichung, lustbetont und kämpferisch.
Aimée & Jaguar
- von Erica Fischer, Kiepenheuer &Witsch ISBN 3-462-02499-X
Erica Fischer hat die Ernnerungen der 80 jährigen Lilly Wust an deren Liebe zu Felice Schragenheim im Berlin von 1943 zu einem ungewöhlichen Zeugnis werden lassen. Das Buch zum gleichnamigen Film, der 1999 in die Kinos kam. Es empfiehlt sich wie so oft, das Buch zu lesen, da es authentischer wirkt und durch originale Fotoreproduktionen die Geschichte noch eindrücklicher gestaltet. Berlin 1942, Lilly Wust, 29, führt das Leben von Millionen deutscher Frauen. Da lernt sie die 21-jährige Fleice Schragenheim kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick. "Aimée und Jaguar" schmieden Zukunftspläne, schreiben einander Gedichte, Liebesbriefe und schliessen einen Ehevertrag. Als Jaguar ihrer Geliebten gesteht, dass sie Jüdin ist, verbindet das noch mehr. Doch ihr Glück währt nur kurz. Am 21. August 1944 wird Felice verhaftet und deportiert.
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